Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt – trotzdem leben über 2,55 Millionen Kinder in Armut. Diese Kinder müssen bereits das ganze Jahr über verzichten: Sei es auf Kleidung, die nicht bereits vom großen Bruder getragen wurde oder mehrere Löcher hat; auf Taschengeld, um sich selbst am Kiosk mal eine bunte Tüte zu kaufen; auf den Sportverein, weil das Geld der Eltern nicht für die monatlichen Mitgliedsbeiträge reicht; auf Kino- oder Zoobesuche – alles Dinge, die für uns selbstverständlich sind. Stellen Sie sich vor, Sie trauen sich nicht zur Geburtstagsfeier Ihres Freundes, weil Sie sich kein Geschenk für ihn leisten können. All das ist Realität und schafft soziale Ausgrenzung.

Jedes Jahr vor Weihnachten stellt sich den Eltern dann wieder dieselbe Frage: Wie soll ich meinem Kind, das es das restliche Jahr über schon so wundervoll meistert, immer und immer wieder verzichten zu müssen, ein Weihnachtsgeschenk finanzieren? Wenigstens das eine Geschenk, damit es sich an Weihnachten genauso glücklich fühlen kann, wie alle anderen Kinder auch. Ich denke, jeder kann sich die innere Verzweiflung vorstellen, die eine Mutter oder ein Vater in solchen Momenten fühlt.

Zudem muss man sich klarmachen, dass „das eine Geschenk“ meist keine teure Spielekonsole o.ä. ist, sondern nur ein Fußball oder eine einzige, dringend benötigte Jacke – also etwas, das für uns andere erschwinglich ist und definitiv nicht etwas, wofür wir ein ganzes Jahr sparen müssten.

Ich selbst komme aus einer Familie, in der es nie darum ging, ob ich etwas zu Weihnachten bekomme, sondern nur wie viel es wird. Freunden von mir ging es nicht so gut; auf sie traf eher die obige Beschreibung zu. Man selbst bekam also „mehr als genug“, während andere darauf hoffen mussten, überhaupt etwas geschenkt zu bekommen.

Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus entstand die Idee zu Shine On. Der eigentliche Gedanke hinter Weihnachten ist nicht der Konsum und damit möglichst viel zu schenken. Weihnachten steht für Nächstenliebe, für Solidarität, für Dankbarkeit. Für ein schönes Beisammensein.

Wenn ich also das Glück habe, nicht in Armut zu leben, privilegiert zu sein – warum sollte ich diesesGlück dann nicht teilen? Was könnte es Schöneres geben?

„Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“– das ist ein zentraler Grundsatz von Shine On.